Samstag, 19. April 2008

Schutzgeld für Wassersauberhaltung

Die Bauern rund um Germering müssen ihren Nitrateintrag in die Böden reduzieren, um das Grundwasser zu schonen. Dafür erhalten sie aus dem Steuersäckel Geld, angeblich als Schadensersatz für entgangene Mehreinnahmen wegen sinkender Ertragssteigerung. So kann man das sehen, man könnte es auch anders sehen: Schutz- und Lösegeld für die Bauern, damit wir gesundes Wasser erhalten. Die Steuergelder wären sinnvoller in den Ausbau ökologischer Landwirtschaft gesteckt. Denn die hält nicht nur das Wasser gesund.
Nun sollte das Wasserschutzgebiet erweitert werden, schon murrten die Bauern. Vermutlich denken sie: das bedeutet noch weniger Ertragssteigerung, also wollen wir mehr Steuergelder. Anscheinend wollen das die Gemeinderäte Germerings nicht und so scholten die Bauern sie des Vertrauensbruchs. Die Macht der Bauern fürchtend, zogen die Räte ihr Ansinnen zurück. Da die wasserrechtliche Erlaubnis für einen Brunnen abgelaufen ist, muss dennoch amtlicherseits eine Untersuchung der Schutzzone erfolgen, durch die es höchstwahrscheinlich zur Erweiterung der Zone kommen wird.
Bernhard Lohr von der FFB-SZ (18.4.2008) kommentierte:
"Doch anstatt eine Überprüfung ... in Auftrag zu geben, geben sie dem Druck der Landwirte nach. Dabei sollte auch aus anderen Gründen eine solche Überprüfung eine reine Selbstverständlichkeit sein. Sauberes Trinkwasser ist ein hohes Gut. Und die von den Germeringer Bürgern gewählten Stadträte müssten sich geradezu verpflichtet sehen, den bestmöglichen rechtlichen Schutz für diese hohe Gut zu sichern."
Auch für die Bauern sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, vergessen sie doch nie, sich als Naturbewahrer und Volksernährer zu sehen.

Landrat Karmasin denkt weiter

CSU-Landrat Karmasin lehnte die Erstellung eines Gutachtens für den Sozialhilfe-Regelsatz ab, die von der SPD gefordert wurde. Der Regelsatz sollte wie in München von 374 auf 371 Euro erhöht werden. Das Sozialamt hatte errechnet, dies belaste den Landkreis jährlich zusätzlich um rund 290.000 Euro.
Quelle: FFB-SZ, 18.4.2008
CSU-Landrat Karmasin feierte mit dem VdK dessen 60-Jahrfeier und gratulierte ihm zu über 5000 Mitgliedern im Landkreis. Gleichzeitig sei dies aus gesellschaftspolitischer Seite aber kein gutes Zeichen, weil es zeige, dass sozialen Aufgaben heute verstärkt von Interessenverbänden wahrgenommen würden. Dies, so zitiert ihn die FFB-SZ am 19.4.2008, sollte nicht nur Politikern zu denken geben.
Der Mann traut sich was: Sollte er die Bevölkerung gemeint haben, ist ihm recht zu geben. Sollte die "dies" zuende denken, wird er ein Problem bekommen. Sollte er die Reichen gemeint haben, ebenso. Vielleicht meinte er es anders: die Interessenverbände sollten diese Aufgaben gänzlich übernehmen. Ähnlich hatte er sich bereits zum Weihnachtsfest 2007 ausgesprochen.

Presse-Journal für die Brucker Region

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