Kleinkredite
Kreditgeber wollen fair sein
Campo Limpo-Sprecher erläutert "Oikocredit"
Von Peter Bierl
Puchheim. Dass der Friedensnobelpreis an Muhammad Yunus und die von ihm in Bangladesh gegründete Grameen Bank vergeben wurde, hat die Gruppe Campo Limpo in Puchheim gefreut. "Wir verstehen das auch als Ermutigung für unsere Arbeit", erklärte deren Sprecher Walter Ulbrich. Beim Schweigekreis vor dem Mahnmal "Nord-Süd-Durchblick" am Bahnhof, den Campo Limpo kürzlich mit der Ortsgruppe von Amnesty International gestaltete, wurde die Vergabe als Würdigung der Armutsbekämpfung und wichtigen Beitrag für den Weltfrieden gewertet.
Einige Tage vorher hatte Ulbrich auf dem Symposium über "Nachhaltig konsumieren und wirtschaften" im Agenda 21-Büro des Landratsamts über sozial- und umweltverträgliche Geldanlagen referiert und die Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit vorgestellt. Im Mai dieses Jahres wurde Ulbrich in den Vorstand es Förderkreises Bayern gewählt.
Die ökumenische Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit vergebe Mikrokredite zu fairen Konditionen an Arme in Atrika, Asien, Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa, sagte Ulbrich der SZ. Oikocredit wurde fast zur gleichen Zeit wie die Grameen Bank 1975 von christlichen Kirchen gegründet und finanziert heute vornehmlich mit dem Kapital privater Anleger weltweit Projekte, die soziale Gerechtigkeit und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung fördern sollen.
So würden Kredite an Kooperativen kleiner Kaffeepflanzer gegeben, die eine Verarbeitungsanlage brauchen, Ernten vorfinanzieren müssen oder ihre Transport- und Lagermöglichkeiten verbessern wollen. Besonders wichtig sei Oikocredit die gründliche Vorbereitung der Zusammenarbeit mit den Projektpartnern sowie die örtliche Beratung und Fortbildung der Kreditnehmer.
Das Anteilskapital betrage insgesamt rund 260 Millionen Euro, von denen etwa 80 Prozent von über 37 Förderkreise mit mehr als 26000 privaten Einzelpersonen und Kirchengemeinden aufgebracht werden. Der Oikocredit Förderkreis Bayern e.V. mit Sitz in Nürnberg verwaltet Geldanlagen im Wert von mehr als dreizehn Millionen Euro seiner über 1600 Mitglieder. Voraussetzung für eine Geldanlage sei die Mitgliedschaft mit einem Jahresbeitrag von 15 Euro. Die Mindestanlage ist ein Anteil im Wert von 200 Euro. In der Regel wird eine Dividende von zwei Prozent ausgeschüttet.
Die Rücklagen würden laut Ulbrich vornehmlich in Anleihen angelegt und von der in Belgien ansässigen Ratingagentur Ethibel nach strengsten ethischen Kriterien überprüft. In 30 Jahren sei den Anlegern kein Cent verloren gegangen, betonte Ulbrich. Er verwies auf die Dankesrede von Yunus, der erklärt hatte: "Kredite sind wirksamer als Almosen."
Fürstenfeldbrucker SZ vom 23.12.2006
Campo Limpo-Sprecher erläutert "Oikocredit"
Von Peter Bierl
Puchheim. Dass der Friedensnobelpreis an Muhammad Yunus und die von ihm in Bangladesh gegründete Grameen Bank vergeben wurde, hat die Gruppe Campo Limpo in Puchheim gefreut. "Wir verstehen das auch als Ermutigung für unsere Arbeit", erklärte deren Sprecher Walter Ulbrich. Beim Schweigekreis vor dem Mahnmal "Nord-Süd-Durchblick" am Bahnhof, den Campo Limpo kürzlich mit der Ortsgruppe von Amnesty International gestaltete, wurde die Vergabe als Würdigung der Armutsbekämpfung und wichtigen Beitrag für den Weltfrieden gewertet.
Einige Tage vorher hatte Ulbrich auf dem Symposium über "Nachhaltig konsumieren und wirtschaften" im Agenda 21-Büro des Landratsamts über sozial- und umweltverträgliche Geldanlagen referiert und die Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit vorgestellt. Im Mai dieses Jahres wurde Ulbrich in den Vorstand es Förderkreises Bayern gewählt.
Die ökumenische Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit vergebe Mikrokredite zu fairen Konditionen an Arme in Atrika, Asien, Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa, sagte Ulbrich der SZ. Oikocredit wurde fast zur gleichen Zeit wie die Grameen Bank 1975 von christlichen Kirchen gegründet und finanziert heute vornehmlich mit dem Kapital privater Anleger weltweit Projekte, die soziale Gerechtigkeit und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung fördern sollen.
So würden Kredite an Kooperativen kleiner Kaffeepflanzer gegeben, die eine Verarbeitungsanlage brauchen, Ernten vorfinanzieren müssen oder ihre Transport- und Lagermöglichkeiten verbessern wollen. Besonders wichtig sei Oikocredit die gründliche Vorbereitung der Zusammenarbeit mit den Projektpartnern sowie die örtliche Beratung und Fortbildung der Kreditnehmer.
Das Anteilskapital betrage insgesamt rund 260 Millionen Euro, von denen etwa 80 Prozent von über 37 Förderkreise mit mehr als 26000 privaten Einzelpersonen und Kirchengemeinden aufgebracht werden. Der Oikocredit Förderkreis Bayern e.V. mit Sitz in Nürnberg verwaltet Geldanlagen im Wert von mehr als dreizehn Millionen Euro seiner über 1600 Mitglieder. Voraussetzung für eine Geldanlage sei die Mitgliedschaft mit einem Jahresbeitrag von 15 Euro. Die Mindestanlage ist ein Anteil im Wert von 200 Euro. In der Regel wird eine Dividende von zwei Prozent ausgeschüttet.
Die Rücklagen würden laut Ulbrich vornehmlich in Anleihen angelegt und von der in Belgien ansässigen Ratingagentur Ethibel nach strengsten ethischen Kriterien überprüft. In 30 Jahren sei den Anlegern kein Cent verloren gegangen, betonte Ulbrich. Er verwies auf die Dankesrede von Yunus, der erklärt hatte: "Kredite sind wirksamer als Almosen."
Fürstenfeldbrucker SZ vom 23.12.2006
Journal - 23. Dez, 12:35
