Lesenswerte Texte

Donnerstag, 19. Oktober 2006

Lettow-Vorbeck

Ein Buch über Lettow-Vorbeck und die Diskussion um deutsche Straßennamen - zum Beispiel in FFB:
(Quelle: Fürstenfeldbrucker SZ vom 17.10.2006)
"Streit um Lettow-Vorbeck
Biographie befasst sich mit Brucker Ratsdiskussion
Von Peter Bierl
Fürstenfeldbruck ■ Der Osnabrücker Historiker Uwe Schulte-Varendorff hat einige Brucker Stadträte verewigt. In seiner neuen Biographie über General Paul von Lettow-Vorbeck skizziert Schulte-Varendorff auch die jüngsten Debatten um die Kaserne in Leer und die kleine Straße in Fürstenfeldbruck, die nach dem Antisemiten benannt ist, dessen brutale Kriegführung in Afrika im Ersten Weltkrieg hunderttausende Menschen das Leben kostete.
Der Historiker zitiert die Brucker CSU-Stadträtin Renate Lohde mit der Aussage, „man könnte auch eine Rosenstraße bekritteln, weil eine Rose Dornen hat" und hält ihr menschenverachtenden Zynismus vor. Auch die Bemerkung des Dritten Bürgermeisters der Kreisstadt, Franz Neuhierl (FW), man sollte „jemandem nicht die Ehre abschneiden, der sich nicht mehr verteidigen kann", findet sich in dem Buch wieder.
Detailliert zeichnet Schulte-Varendorf die Karriere Lettow-Vorbecks nach, den er als Egomanen charakterisiert, der eine Blutspur von China bis Deutschland gezogen habe. 1900 meldete sich der junge Oberleutnant freiwillig für den Einsatz in China und war ein Jahr später dabei, als gefangene Aufständische erschossen wurden. Wiederum als Freiwilliger kämpfte Lettow-Vorbeck 1904 in Namibia und begrüßte nach Angaben der Historikers die Vernichtung von Männern, Frauen und Kindern der aufständischen Nama. Berühmt wurde Lettow-Vorbeck durch seinen Durchhaltekrieg in Ostafrika. Die deutschen Truppen unter seinem Kommando haben laut Schulte-Varendorff gefangene Gegner ermordet, Frauen vergewaltigt, sie hätten Dörfer geplündert sowie Felder und Vorräte zerstört. Auch die Geschichte vom treu sorgenden Kommandeur entlarvt Schulte-Varendorff als Lüge. Die schwarzen Soldaten nannten ihn den „Herren, der unser Leichentuch schneidert".
Zurück in Deutschland kommandierte Lettow-Vorbeck im Sommer 1919 Einheiten in Hamburg, die Zivilisten niederschössen und beteiligte sich 1920 als Kommandeur in Schwerin am Kapp-Putsch gegen die Republik. Der fehlgeschlagene Umsturzversuch brachte für Lettow-Vorbeck das Ende der militärischen Karriere. Der Ex-Offizier betätigte sich in rechtsextremen Verbänden wie dem Stahlhelm, trat für den „Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund" als Redner auf und saß für die Deutschnationalen im Reichstag. 1932 setzte sich Lettow-Vorbeck dafür ein, das Verbot von SA und SS aufzuheben. Nach 1933 war Lettow-Vorbeck Mitglied im NS-Kriegerbund und im NS-Reichskolonialbund, war Angehöriger der SA und wurde von den Nazis zum bremischen Staatsrat berufen, schreibt Schulte-Varendorff. Vor allem diente Lettow-Vorbeck den Nazis als Redner.
Ab 1935 wurden Straßen und Schulen im ganzen Reich nach ihm benannt, darunter auch in Brück. Dass konservative Politiker heute noch diese Tradition verteidigen, wertet Schulte-Varendorff als Versuch, dunkle Punkte der deutschen Geschichte zu verdrängen.

Uwe Schulte-Varendorff, Kolonialheld für Kaiser und Führer: General Lettow-Vorbeck
Verlag Chr. Links, Berlin, 2006

Freitag, 28. Juli 2006

Ein neues Buch zum Elektrosmog-Thema

Mobilfunk, Gesundheit und die Politik
Streitschrift und Ratgeber
Martin Runge, Frank Sommer, Dr. Gert Oberfeld (Hrsg.)
Mobiltelefone sind für einen großen Teil der Bevölkerung kaum verzichtbare Begleiter. Ob Notfall, tägliches Business, gelegentliche Plauderei oder Kommunikation über SMS – Handys leisten ihre Dienste. Auf der anderen Seite: »Antennenwälder«, elektromagnetische Felder (EMF), Bürgerinitiativen und Protest gegen Elektrosmog und immer neue, zum Teil widersprüchliche Veröffentlichungen über gesundheitliche Auswirkungen von EMF.

Der vorliegende Sammelband beleuchtet die Thematik Mobilfunk und Elektrosmog aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Autoren eint die Erfahrung, dass seitens der Politik und der Mobilfunkbetreiber an Aufklärung und an Kompromissen wenig Interesse besteht und das Vorsorgeprinzip keine Beachtung findet.

Im ersten Kapitel werden mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen elektromagnetischer Felder, Krankheitsbilder und Wirkungshypothesen benannt sowie wichtige Studien und ihre Ergebnisse vorgestellt. Kapitel zwei beinhaltet die politische und rechtliche Einordnung der Thematik. Diskutiert wird, warum die Öffentliche Hand zur Problemlösung oder zumindest Problembegrenzung so wenig beiträgt. Anschließend werden zivil- und baurechtliche Lösungs- oder eben Nichtlösungswege erörtert. Im dritten Kapitel berichten Vertreter von Bürgerinitiativen über ihre Erfahrungen im Kampf gegen Sendeanlagen, über ihre Erlebnisse mit Betreibern, »Gutachtern« und Behörden. Das vierte Kapitel gibt Hinweise zur individuellen Verringerung der Belastung durch EMF. Das fünfte und letzte Kapitel befasst sich mit technisch-planerischen Aspekten und mit der Wertentwicklung von Immobilien in der Nachbarschaft der Antennen.
ARENA Verlag, ISBN 3-89688-288-0, 216 Seiten, Preis: 14,80 €

Donnerstag, 1. Juni 2006

Zerstörung des Sozialstaates

Das neue Buch von Albrecht Müller macht vieles verständlich. Ein Buch für uns alle:
Machtwahn – Wie eine mittelmäßige Führungselite uns zu Grunde richtet, Droemer Verlag, München, 2006, 360 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 19,90 Euro, ISBN: 3-426-27386

Albrecht Müller analysiert die gezielte Zerstörung des Sozialstaates. In leicht verständlicher Form zeichnet der Autor nach, an welchen Stellen die Weichen falsch gestellt wurden und vor allem: Welch schlimme Folgen diese Politik für den Sozialstaat und die Demokratie bereits hatte und noch haben wird. Schonungslos legt Müller die Schwachstellen der "Reform"-Politik bloß und zeigt, dass diese Politik gescheitert ist.

Eine gute Webseite, gemacht von Albrecht Müller: http://www.nachdenkseiten.de

Sonntag, 21. Mai 2006

Hartz IV-Opfer sollen optimiert werden

DAS HARTZ IV-OPTIMIERUNGSGESETZ: Da kommt was auf uns zu!
Die Gesellschaft soll entsolidarisiert werden!

Kurze Auszüge aus einem FREITAG-Artikel zum Thema:
"Paare und Wohngemeinschaften müssen sich zukünftig vor der Arbeitsagentur rechtfertigen.
Bisher bilden, neben Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern, auch Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft eine Bedarfsgemeinschaft. Verdient der oder die Partner/in genug Geld (nämlich mehr als das eigene Existenzminimum plus Freibetrag bei Erwerbsarbeit), wird das Einkommen angerechnet und die arbeitslose Person gilt als nicht bedürftig, erhält also gekürzte oder keine ALG-II-Leistungen. ...
Die neue Definition, die SPD und Union nun erfunden haben, soll den Begriff der Eheähnlichkeit ersetzen: Sie betrifft alle Menschen, die in einem gemeinsamen Haushalt so zusammenleben, "dass nach verständiger Würdigung der wechselseitige Wille anzunehmen ist, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen". Diese sperrige Definition ist deutlich weiter und umfasst auch die bisher ausgeklammerten homosexuellen Paare ohne Trauschein, möglicherweise aber auch Wohngemeinschaften von Freunden oder Geschwistern. ...
Derselbe Staat, der, wo er nur kann, die Familie zum hohen Gut erklärt, entledigt sich hier auf Kosten von Zweierbeziehungen und Freundschaften seiner finanziellen Pflichten. Die möglichen Auswirkungen liegen auf der Hand: Die Menschen tun in Zukunft gut daran, allein zu leben. ..."

Der ganze Artikel: http://www.freitag.de/2006/19/06190401.php

Donnerstag, 18. Mai 2006

Korruption im Gesundheitswesen

Korruption im Gesundheitswesen verursacht jährlich Schäden in Milliardenhöhe und beeinträchtigt damit auch die medizinische Versorgung in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt die Antikorruptions-Organisation Transparency International in ihrem Jahrbuch 2006, das in Berlin vorgestellt wurde.
Dem deutschen Gesundheitswesen gehen nach Schätzungen von Transparency International durch Misswirtschaft und Korruption jährlich acht bis 24 Milliarden Euro verloren. "Deutschland ist nach den USA und der Schweiz bei den Gesundheitskosten das drittteuerste Land. Die Leistungen für die Versicherten liegen im internationalen Vergleich aber nur im Mittelfeld", sagte Gabriele Bojunga von der Anti-Korruptionsorganisation am Dienstag in Berlin. Schuld an dieser; Diskrepanz sind nach Ansicht von Transparency International korrupte Praktiken der Pharmaindustrie aber auch betrügerische Ärzte und Patienten.
Korrupte Strukturen im Gesundheitswesen sind der Schwerpunkt des diesjährigen "Jahrbuch Korruption", das die Korruptionsbekämpfer am Dienstag vorstellten. Sie sehen darin auch einen Beitrag zu der aktuellen Debatte über die Reform des Gesundheitssystems: "Wenn Wir die Einfallstore für Korruption schließen, müssen wir die Versicherungssätze nicht anheben“, sagte Bojunga. Die undurchsichtigen bürokratischen Strukturen sind demnach der Hauptgrund dafür, dass die Gesundheitskosten immer weiter steigen. Die Überalterung der GeseIlschaft spiele eine geringere Rolle.
"Das deutsche System mit seinen 16 Landesministerien, der Kassenärztlichen Vereinigungen und den Kammern ist sehr intransparent", sagte Bojunga. Es habe sich ein schwer kontrollierbarer "Wildwuchs an Funktionärsherrschaft" entwickelt. So wachen in Deutschland eigentlich Länderkammern über die Arbeit der Ärzte und Apotheker. Sie können diesen die Zulassung entziehen, wenn korrupte Praktiken gekannt werden. Nach Ansicht von Transparency International greifen sie aber zu selten hart durch. In einer Gesundheitsreform müssten die Verantwortlichkeiten zentralisiert werden, forderte Vorstandsmitglied Anke Martiny.
Kritik äußerten die Korruptionsbekämpfer außerdem an der Phamaindustrie und deren undurchsichtige Verbindungen zu den Forschungsinstituten. Demnach entwickeln Pharmafirmen immer seltener innovative Produkte, stattdessen überfluten sie den Markt mit Scheininnovationen: "Die sind nicht besser, sondern nur teurer", sagte Peter Schönhöfer, Mitglied der Arbeitsgruppe "Korruption im Gesundheitswesen". Um diesen Produkten zum Erfolg zu verhelfen, entwickeln die Firmen aggressive Marketingstrategien.
So sei es üblich, Selbsthilfegruppen von Patienten finanziell zu fördern und sie dabei als Werbebotschafter für neue Produkte zu nutzen. Immer häufiger würden außerdem Forscher unter Druck gesetzt, Studienergebnisse zu fälschen oder zu manipulieren. Bei einer Befragung von Transparency International in den USA gaben 15,5 Prozent der Forscher zu, auf Druck von Sponsoren Design, Methoden oder Ergebnisse von Studien verändert zu haben. 12,5 Prozent gestanden die Verwendung von unsauberen Daten. Jahr für Jahr würden so Milliardenbeträge für überteuerte Mittel verschwendet, so Schönhöfer. Allerdings ist es schwer festzustellHen, wie hoch der Verlust durch Korruption genau ist. 95 Prozent der Straftaten bleiben unaufgedeckt. Transparency fordert darum, dass Forschungsinstitute und Universitäten künftig veröffentlichen, welche Fördergelder sie aus der Industrie erhalten. Außerdem müssten die Strafen für Studienfälschungen verschärft werden.
Doch nicht nur die Pharmaindustrie erntete die Kritik der Korruptionsbekämpfer. Auch Patienten und Arzte betrügen das System regelmäßig: Der Korruptionsbericht beschreibt Versicherte, die ihre Versichertenkärtchen illegal weiterverkauft haben oder sie anderen zur Verfügung stellten, und sich .selbst eine neue beantragten. Umgekehrt rechneten auch Ärzte bei der Krankenversicherung Leistungen ab, die überhaupt nicht erbracht wurden. Die Organisation fordert darum eine Verschärfung der Gesetze und die Einführung des Straftatbestands "Abrechnungsbetrug - Schädigung der Solidargemeinschaft". Auch gebe es in Deutschland bislang kein einheitliches V erfahren für di~ Ahndung von Krankenkassenbetrug.
Außerdem warnte die Organisation vor einer Zunahme des Handels mit gefälschten Arzneimitteln. Internethandel und Reimporte erschweren seit einigen Jahren die Kontrolle über die Warenströme. So seien Medikamente, die eigentlich für Krisengebiete gespendet wurden, umgepackt wieder zum- Verkauf in den Schubladen der Apotheken gelandet. "Genau wie bei den Nahrungsmitteln brauchen wir auch für Medikamente einen lückenlosen Herkunftsnachweis vom Hersteller bis zum Endverbraucher", forderte Bojunga.

Von Nina von Hardenberg
Süddeutsche Zeitung, 17.5.06

Samstag, 13. Mai 2006

DIE WELT VERÄNDERN

Menschen ... sind die Helden in David Bornsteins Buch ‚Die Welt verändern’. Es sind Menschen, die einen sozialen Missstand entdecken und nicht ruhen, bis er behoben ist. Sie helfen dabei nicht nur ihrem persönlichen Umfeld, sondern sie verändern Strukturen. "Um den Zustand der Welt zu verbessern", müsste man diese "quasi besessenen Persönlichkeiten" fördern, denn sie hätten eine "schier unerschöpfliche Energie, Widerstände zu überwinden", schreibt Bornstein in seiner Einleitung ... Demnach werden gesellschaftliche Veränderungen in einem bislang unterschätzten Maß von dem persönlichen Engagement einer einzigen Führungsperson ausgelöst. In Amerika nennt man diese Veränderer Social Entrepreneurs - Sozialunternehmer, weil sie soziale Ziele mit unternehmerischer Klugheit verfolgen. ... Bornstein zeigt den Lesern, dass überall auf der Welt Menschen an der Überwindung von sozialen Missständen arbeiten und nicht aufgeben, bis ihre Ideen sich als Standard durchsetzen. Früher hat man sie als Heilige oder Wohltäter verehrt, doch für Bornstein sind es Sozialunternehmer. Es sind Helden des Alltags, Helden zum Anfassen, Menschen wie wir. Das Problem: Tausende sind es, Millionen könnten es sein. ... Geschichten, die anregen und irgendwie rebellisch stimmen, selbst irgendein soziales Problem anzupacken. Insofern verspricht der. Autor nicht zu viel, wenn er sein Buch etwas pathetisch all jenen "ruhelosen Menschen" empfiehlt, die schon mal gesagt haben: "Das können wir besser".
Nina von Hardenberg

Das Buch: David Bornstein
Die Welt verändern – Social Entrepreneurs und die Kraft neuer Ideen

Klett Cotta 2006, 410 Seiten, 24,50 Euro

»Die Geschichten dieser Social Entrepreneurs werden viele Menschen inspirieren und ermutigen, die Welt besser zu machen.«
Nelson Mandela

Noch ein gutes Buch:
Gruen, Arno
»Ich will eine Welt ohne Kriege«

Wir müssen uns nicht damit abfinden, daß es Kriege gibt. Sie sind von Menschen gemacht. Jeder kann etwas tun, um sie zu verhindern.
Mit seinem bisher persönlichsten Buch richtet sich Arno Gruen direkt an Leser aller Generationen, die nicht aufgeben, von einer besseren Welt zu träumen.
Klett Cotta 2006, 126 Seiten, 12.00 Euro

Donnerstag, 11. Mai 2006

Deutschland im Griff einer korrupten Elite

Würde Silvio Berlusconi Nachhilfe in Sachen mafiöser Strukturen brauchen, müsste er nach Deutschland kommen. Da werden Flugreisen von Politikern wie Johannes Rau oder Wolfgang Clement von der WestLB bezahlt, während man Zeugen der Flüge mundtot machen will; ist das Scheffeln von Millionen durch Förderung der Korruption in Konzernen wie Dresdner Bank oder DaimlerChrysler mittlerweile an der Tagesordnung; werden Anleger eines Versicherungskonzerns um Millionen betrogen, und nicht nur ein ehemaliger Verteidigungsminister ist involviert, sondern auch die Justiz schaut nur zu. Bestsellerautor Jürgen Roth zeigt in seinem neuen Buch, wie ein engmaschiges Netzwerk aus hochrangigen Politikern, führenden Konzernchefs und toleranten Justizbehörden die Deutschland AG mit Methoden beherrscht, die eines Rechtsstaats unwürdig sind. Wer wen erpreßt, wer die Drahtzieher anrüchiger Deals sind und warum die Justiz nicht ermittelt - dieses Buch enthüllt anhand bisher unbekannter Dokumente Gaunerkartelle, Korruptionsaffären und Verstrickungen von Ministern, Top-Managern und Staatsanwälten.
Jürgen Roth enthüllt das dichte und für die Beteiligten äusserst profitable Geflecht von Abhängigkeiten zwischen hochrangigen Politikern, führenden Managern und Justizbeamten.

Roth zitiert Professor Hans-Jürgen Krysmanski, von der Universität Münster: „Wir erleben derzeit einen Zusammenbruch der Steuerungsinstanzen der bürgerlich-kapitalistischen Welt, dass die in diesem System erworbenen Positionsvorteile, Klassenprivilegien etc. – so lange es noch geht – zur immer rücksichtsloseren Akkumulation von Geld bis hin zur systematischen Korruption, eingesetzt werden und dass in diesem Prozess der räuberischen Akkumulation von Geldmacht auch das Thema der Privatisierung von Macht, und zwar ganz konkret, beschlossen ist.“

DER DEUTSCHLAND-CLAN
Das skrupellose Netzwerk aus Politikern, Top-Managern und Justiz

Eichborn Verlag

Sonntag, 30. April 2006

Vogel"grippe": Nichts Besonderes!

Was wir in Sachen sog. Vogelgrippe erleben, ist der reinste Hohn. Der eventuellen Gefahr einer Pandemie muss selbstverständlich vorgebeugt werden. Doch eine Hortung des Medikaments "Tamiflu" als Vorbeugung einer menschengefährdenden Mutation, ist reiner Unsinn, da ein wirksamer Impstoff erst hergestellt werden kann, wenn die Mutation erfolgt ist. Und wer weiß, dass es die "Vogelgrippe" wahrscheinlich schon immer gegeben hat, darf die herrschende Hysterie durchaus komisch finden.
Klar ist, dass es für die Pharmaindustrie das große Geschäft ist - und käme es zur Pandemie zum Supergeschäft. Jetzt schon verdienen Geschäftemacher dubioser Herkunft prächtig mit sogenannten Schutz-Mitteln.

Die Wissenschafts-Zeitschrift "raum&zeit" befragte den Tierarzt Ulrich Lanz vom Artenschutzreferat des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LVB). Dieser setzt der allgemeinen Hysterie einige solide Beobachtungen entgegen.
-
raum&zeit: Stimmt es, dass in diesem Jahr bis jetzt nicht mehr Vögel an Vogelgrippe gestorben sind als in den Jahren davor?
Ulrich Lanz: Das kann man auf jeden Fall so sagen. Die Vogelgrippe-Fälle sind in Deutschland im Moment bei 140 Fällen, wenn man alles zusammen zählt, von denen die meisten auf Rügen sind. Jeden Winter sterben tausende von Vögeln einfach an Kälte, Nahrungsmangel und so weiter. Da verschwinden die derzeitigen Fälle von Vogelgrippe absolut im Promillebereich oder noch drunter.
r&z: Muss man nicht auch berücksichtigen, dass im Winter immer eine natürliche Auslese stattfindet, bei der immer auch Viren und Bakterien im Spiel sind?
U. L.: Ja. da können selbstverständlich verschiedene Viren mit eine Rolle spielen. Aber ganz viele Tiere verhungern einfach im Winter. Gerade bei so einem Winter, den wir gerade hatten, mit viel Schnee mit langer geschlossener Schneedecke. Da kommen viele Vögel nicht an ihre Nahrungsgrundlage, zum Beispiel an Mäuse. Die Tiere stehen dann sozusagen unter Stress, haben nicht mehr so gute Abwehrkräfte. Jedes Virus, das auf sie trifft, hat dadurch einen gewissen Vorteil, egal welches Virus das ist.
r&z: Es gibt ja jedes Jahr bestimmte Viren, die besonders um sich greifen. Würden Sie sagen, dass demgegenüber H5N 1 eine auffälligere Stellung hat als andere Viren in den letzten Jahren?
U. L.: Nein, so betrachtet ist H5N 1 nichts Besonderes. Was bei diesem Virus anders
ist, ist, dass es unter bestimmten Bedingungen bei besonders hohen Dosen auf den Menschen übergehen kann, im Gegensatz zu anderen Influenzaviren, Geflügelpest oder anderen Erkrankungen.
r&z: Sie meinen unter Bedingungen wie in China oder Afrika, wo Menschen und Hühner auf engem Raum zusammenleben. Festzuhalten ist ja auch, dass es bisher noch keinen Hinweis darauf gibt, dass das Virus zu einer menschenspezifischen Form mutiert wäre.
U. L.: Das ist richtig.
r&z: Wir erhielten Informationen, dass von den angeblich an Vogelgrippe verstorbenen Tieren in Wirklichkeit nur fünf bis zehn Prozent wirklich an dem Virus gestorben sind. Halten Sie das für möglich?
U. L.: Das ist relativ wahrscheinlich. Was gemeldet wird, ist der Nachweis des Virus. Es ist sicher, dass die Vögel, die da aufgelistet sind, das Virus in sich haben. Aber das heißt noch lange nicht, dass die Tiere daran erkrankt sind. Es kann sein, dass die Tiere sich infizieren, das Virus im Körper tragen, auch das Virus ausscheiden, ohne selbst zu erkranken. Es kann aber auch sein, dass das Virus nur kurze Zeit im Körper ist, nicht ausgeschieden wird und das Tier an etwas anderem erkrankt und stirbt. Zum Beispiel diese Fälle bei Lindau am Bodensee, wo 24 tote Reiherenten auf relativ engem Raum gefunden worden sind. Von den Tieren war nur ein einziges durch das H5N1 Virus infiziert, vermutlich sind die anderen an ganz anderen Ursachen, zum Beispiel aufgrund der schlechten Nahrungsbedingungen gestorben. Genauso auf Rügen. Auch da gibt es eine ganze Reihe von Tieren, bei denen man davon ausgeht, dass sie zwar infiziert waren, aber aus anderen Gründen gestorben sind.

Interview der Zeitschrift „Zeit & Raum“ Mai/Juni 2006

Warum die Reichen immer reicher werden

"2,5 Billionen Euro betragen die privaten Geldvermögen von 10% der Deutschen. Ohne Immobilien und Sachwerte und ohne Auslandsanlagen. Am unteren Ende der Einkommensskala leben dafür über 13% unterhalb der Armutsgrenze. Beide Zahlen gehen nicht etwa zurück, sondern steigen ständig. Und zwar immer schneller. Auch unter Rot-Grün. Es gibt eine Automatik der Umverteilung von unten nach oben, einen regelrechten Umverteilungsexzess. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Die soziale Ungleichverteilung in Deutschland und in der Welt ist inzwischen größer als zu Zeiten von Krösus oder Ludwig XIV. Das wird nur nicht bemerkt, weil die Leute heute nicht mehr im eigenen Land verhungern, sondern anderswo. Wie kommt das alles?"

So beginnt der Vortrag von Prof. Günther Moewes, den er im Mai 2005 vor dem Thüringer DGB hielt. Seine Antworten sind verbüffend, denn er wartete mit einer erstaunlichen These auf. Stimmt sie, sollten wir uns möglichst gut auf chaotische Zeiten vorbereiten. Der ganze Artikel steht zum Lesen oder Downloaden auf der Seite: http://www.humanwirtschaft.de/pdf_z/48_moewes3.pdf/b>

Presse-Journal für die Brucker Region

Sozialforum Amper - Initiative für gerechte Sozialordnung, Demokratie, Frieden und Ökologie

Neueste Beiträge

Weiter geht's anderswo
Neuere Eintragungen finden sich zukünftig auf...
Journal - 13. Okt, 20:42
Ideologischer Nebel über...
Nachtrag und Kommentar zu einer besonderen Veranstaltung...
Journal - 5. Sep, 12:34
Sozialwohnungsbedürftige.. .
Die neue Gemeinderätin Gröbenzells, Monika...
Journal - 3. Sep, 11:13
Schutzgeld für Wassersauberhaltung
Die Bauern rund um Germering müssen ihren Nitrateintrag...
Journal - 19. Apr, 14:43
Landrat Karmasin denkt...
CSU-Landrat Karmasin lehnte die Erstellung eines Gutachtens...
Journal - 19. Apr, 14:29

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Impressum und Haftungsausschluss

Kontaktaufnahme: Buwert()gmx.de Haftungsausschluss: Wir übernehmen keinerlei Verantwortung für die Inhalte anderer Webseiten - insbesondere jener, zu denen die auf unseren Seiten angegebenen Links führen.

RSS Box

Suche

 

Status

Online seit 2127 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 13. Okt, 20:43

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page (summary)
xml version of this page
xml version of this topic

twoday.net AGB


INITIATIVEN
Lesenswerte Texte
NAZIS IN BRUCK
Veranstaltungen - Hinweise
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren