Veranstaltungen - Hinweise

Mittwoch, 31. Mai 2006

Folgen des Medienkonsums

Auf einer Veranstaltung der Kesler-Hausler-Stiftung in FFB erläuterte der Kriminologe und ehemaligen niedersächsischen Staatsminister Christian Pfeiffer seine These, dass die Jugend umso eher zur Null-Bock-Generation heranwächst, je mehr sie dem Medienkonsum in Form von Gewalt-, aggressiven Macho- und Pornofilmen ausgesetzt ist.
Die tägliche Vermittlung von Gewalt im Fernsehen mit bewegten Bildern, verstärkt durch Farbe und Musik, wirke sich leistungsmindernd aus. Seinen Studien zufolge sei vor allem der täglich mehrstündige Medienkonsum die Ursache dafür, dass die Schuljugend in Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern in der Pisastudie und anderen internationalen Leistungstests im letzten Drittel gelandet ist. Nachweisbar sei seine These auch anhand des Faktes, dass die Jungen häufigere Medienkosumenten sind als Mädchen, denn entsprechend deutlich schlage sich der Leistungsabfall bei den Jungen nieder.
Er beklagte den "Einbruch des Bösen“ in die Kinderwelt. Schon Babies und Kleinkinder würden täglich medial „versorgt“, und entsprechend falsch sei es, die „Kindergärten ans Netz" anschließen zu wollen.
Das Konsumieren von Hasssendungen, Gewaltpornos und TV-Krimis entscheide letztenendes sogar über das spätere Einkommen. "Je brutaler die Inhalte und häufiger der Medienkonsum, desto größer der Frust, schlechter die Noten, Prüfungsergebnisse und alles weitere, was davon abhängt".
Er schlug eine für alle Kinder verpflichtende Ganztagesschule vor, am besten als Gesamtschule, um die Kinder und Jugendlichen von demotivierenden Fernsehprogrammen fernzuhalten und durch kreative Arbeit und phantasiefördernde Übungen zu Optimismus ihren Leistungswillen zu wecken und sie zu verständnisvollen Menschen gegenüber ihren Mitmenschen zu erziehen.

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Pädagogen beklagen bereits den Suchtcharakter der Medien, vor allem der Computerspiele. Beobachtungen dieser Art werden viele Eltern schon gemacht haben. Es scheint dringend geboten, etwas gegen diese Art der gesellschaftlichen Entmündigung der nachwachsenden Generationen zu unternehmen!

Freitag, 12. Mai 2006

Abschiebung - Deutsche Wirklichkeit

Am Donnerstagabend, 11.5., um 23 Uhr 15 lief die halbstündige Reportage "Härte mit System" im WDR.
Wer sie schaute, erlebte eine beeindruckende Schilderung der menschenunwürdigen Praxis unserer Ausländer-Behörden. Ein gesetzliches Produkt der rot-grünen Regierung mit Schily als Exekutor, fortgesetzt von der Sozialabbau-Koalition.
Über den Film informierte der WDR:
"Flüchtlingsgruppen kritisieren eine schärfer werdende Abschiebepraxis. Gerade auf Familien, die oft schon seit vielen Jahren in Deutschland leben, üben die Ausländerbehörden momentan großen Druck aus - nach Recht und Gesetz. Für viele Kinder von Flüchtlingen jedoch macht das die Lebenssituation unerträglich.
Es geschieht lautlos, von der Öffentlichkeit unbemerkt und fast täglich: Abschiebungen per Flugzeug. Neben Frankfurt hat sich insbesondere der Düsseldorfer Flughafen zum Drehkreuz für Abschiebungen entwickelt. Aus ganz Deutschland bringen die Ausländerbehörden die so genannten Abschüblinge hierher.
Die Öffentlichkeit wird selten Zeuge von Flugabschiebungen; höchstens wenn eine Abschiebung mal platzt. So wie im Jahr 2004, als ein Lufthansa-Pilot den Abschiebeflug von Zahra Kameli in den Iran abbrach, wo ihr die Steinigung drohte. Bei "erkennbarem Widerstand", so die Lufthansa-Führung, dürfen die Piloten so entscheiden. Andere leisten sich nicht soviel Moral. Es gibt Fluggesellschaften, die in die Bresche gesprungen sind: Chartergesellschaften nämlich, die sich auf Abschiebungen spezialisiert haben. Sie erledigen selbst heikelste Ausreisen verlässlich, ohne zu fragen - und fernab der Öffentlichkeit. Und regelrechte "Abschiebeärzte" schreiben selbst schwerst Kranke "reisetauglich". Keine schrecklichen Bilder, keine hässlichen Schlagzeilen. Denn die Behörden spielen mit, stürmen nachts die Wohnungen der "Abschüblinge", führen sie nicht selten in Hand- und Fußschellen ab.
Sammelabschiebungen per Charter sparen auch noch Geld. Das scheint den EU-Innenministern zu gefallen. Sie verfolgen schon länger eine rigorose Abschiebungspolitik. Für 2005 und 2006 haben sie mehrere Millionen Euro bereitgestellt für Massenabschiebungen per "Eurocharter". Kritiker wie die Europaparlamentarierin Jean Lambert warnen: "Was wir sehen, ist ein Spiegelbild der Entmenschlichung von Leuten, die Asyl suchen oder Einwanderer ohne Papiere sind."
Ein Film von Birand Bingül, Pagonis Pagonakis, Jutta Pinzler"

Presse-Journal für die Brucker Region

Sozialforum Amper - Initiative für gerechte Sozialordnung, Demokratie, Frieden und Ökologie

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